Agueda Romero, Praktikantin,
Schreinerei Martin Ranz, Weil am Rhein

Das EU-Programm Erasmus + für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport führte mich in die Schreinerei Martin Ranz nach Weil am Rhein – Märkt. Lehrer der Gewerbeschule in Schopfheim besuchten eine Gewerbeschule in Valencia und eröffneten mir diese Möglichkeit des Austausches. Mit zwei jungen Spanierinnen und einem Spanier machte ich mich auf den Weg von Valentia, um hier ein Praktikum durchzuführen. Ich bezeichne mich als Künstlerin, male gerne und mag überhaupt mit Händen arbeiten. Ich liebe Holz und möchte das Erlernte als Sozialarbeiterin im Rahmen eines Kunstprojektes mit Kindern in Spanien anwenden. Insgesamt vier Wochen verbrachte ich mit Freude und Herzblut in der Schreinerei Martin Ranz. In Spanien dauert eine Ausbildung ca. zwei Jahre, davon ca. eineinhalb Jahre in der Schule, der Rest im Betrieb. Dann haben wir unseren Abschluss als Schreiner – in Papierform. Das praktische Lernen beginnt dann erst richtig. Das duale System in Deutschland finde ich sehr gut. Hier erlernt man erst die Basics und wird nach und nach an anspruchsvolle Arbeiten herangeführt. Klasse für mich war, dass ich den Alltag in einer Schreinerei so richtig kennen lernen durfte. Auch die Praxis anhand von Aufträgen. In der Werkstatt gefiel mir besonders, wenn ich zeigen konnte, was ich kann. Dies durfte ich an der Fräse, an der Kreissäge und an der CNC-Maschine. Auch ein eigenes Stück habe ich gefertigt und zwar einen Präsentationsständer für den Ladenbau. Überrascht war ich von der Offenheit hier, die Deutschen gelten bei uns zu Hause eher als ernst, nüchtern und zurückhaltend. Bei uns ist der Beruf des Schreiners nicht so hoch angesiedelt. Hier ist es anders, der Beruf hat einen sehr hohen Stellenwert und bietet tolle Karrieremöglichkeiten. Mit der entsprechenden Weiterbildung wird man hier zum Meister, zum Architekten oder zum Designer. Es war sehr spannend, und in der Schreinerei haben wir viel gearbeitet und auch viel gelacht.